Wassersportverein Godesberg 1909/11 e.V.
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Godesberg goes Coastal

Am 8. Und 9. Juni 2019 fand auf Amrum die 2. Amrum-Challenge im Coastal Rowing – auf Deutsch Küstenrudern – statt. Florian und Cora planten schon früh sich dem Abenteuer Küstenrudern zu stellen. Da der Rest der Godesberger Mixed 4x-Mannschaft verhindert war, mussten wir uns neue Mitstreiter suchen. Erfahrene Unterstützung fanden wir durch Barbara und Thorsten Jonischkeit (RTHC Leverkusen), die bereits bei mehreren Weltmeisterschaften im Coastal Rowing erfolgreich gestartet sind und Steuerfrau Kathrin.  Nach einigen gemeinsamen Trainingseinheiten auf dem Rhein planten wir samstags im Mixed 4x+ auf der 2000 m-Distanz an den Start zu gehen sowie sonntags im Mixed 4x+ und im 2x am Beach Sprint (500 m) teilzunehmen. Dass Coastal Rowing aber nicht unbedingt nach Plan läuft, sollten wir schon früh feststellen.

Die Fährüberfahrt nach Amrum war bereits eine stürmische Angelegenheit und uns schwand nichts Gutes. Vor Ort kam dann die Bestätigung durch die Regattaleitung: Alle Rennen für diesen Tag wurden sturmbedingt abgesagt. Die Enttäuschung war groß, die Entscheidung aber nachvollziehbar. Als Ersatz wurde durch die amtierende Weltmeisterin im Coastal-Rudern aus der Ukraine und ihre Niederländische Kollegin eine Beach-Challenge organisiert. Ca. 40 Ruderer traten in 4 Mannschaften in den Disziplinen Tauziehen, Huckepackrennen und Sandsack-Weitwurf gegeneinander an. Das Team um Steuerfrau Kathrin, Barbara, Thorsten und Florian konnte sich über den Sieg in der Gesamtwertung freuen.

Am Sonntag  sollten zumindest die Rennen im 4x+ nachgeholt werden. Um 11 Uhr starteten die Frauen auf der, aufgrund des immer noch starken Windes, leicht modifizierten Strecke. Den Zuschauern bot sich ein spannendes Schauspiel. Start und Ziel eines jeden Laufes waren am Strand. Aus jeder Mannschaft musste zunächst ein Ruderer zu den im Wasser liegenden Booten rennen und einsteigen. Anschließend wurde um mehrere Bojen gerudert. Zuletzt musste wieder ein Ruderer durch das Wasser zur Ziellinie am Strand zurücklaufen. Bereits beim Laufen landeten einige Ruderer im Wasser. Neben schnellem Rudern kam es somit auch auf die Sprintstärke und die Schnelligkeit und Geschicklichkeit beim Einsteigen im Boot an. Doch bereits das erste Rennen zeigte, dass vor allem gute Steuerfähigkeiten und sehr viel Glück gefragt waren, wollte man an diesem Tag siegen.  Durch die einsetzende Ebbe liefen alle Boote des Rennens auf mehrere Sandbänke auf. Teilweise mussten mehrere Ruderer und die Steuerleute aussteigen um die Boote von den Sandbänken zu schieben. Bei einem der vier 4x+ ging dadurch das Steuer zu Bruch, so dass das Boot für die weiteren Rennen ausfiel. Die aufgebaute Strecke stellte sich nach dem ersten Rennen als nicht ruderbar hinaus, so dass die weiteren Rennen der 2000 m und 1000 m-Distanz gestrichen und die Bojen für die 500 m Distanz gesetzt wurden. Weiterer Regattaverlauf ungewiss. Immerhin spielte das Wetter am Sonntag mit, so dass wir es uns in den Strandkörben in der Sonne bei Fischbrötchen gut gehen lassen konnten. Das Spektakel auf dem Wasser wurde schließlich mit den Vorläufen im 1x der Männer und Frauen fortgesetzt. Starke Wellen und Strömungen sorgten für chaotische Zickzackläufe und einige Kenterungen, Überraschende Siege und Niederlagen und beste Unterhaltung für die Zuschauer.

Am späten Nachmittag durften wir dann doch für unser erstes Rennen aufs Wasser gehen. Gestartet wurde in den drei verbleibenden 4x+ auf der 500 m-Distanz mit einer Wende. Strömung und Wind wurden analysiert und ein genauer Plan fürs Steuern entwickelt. Wir kamen am Start recht gut weg und konnten durch gutes, gemeinsames Rudern bis zur Wende einen Vorsprung vor den Gegnern herausfahren. Alles lief erstaunlich gut nach Plan. Doch nach einer zügigen Wende wurden wir auf dem Rückweg zum Strand von dem gegnerischen Boot neben uns frontal gerammt.  Die gegnerische Steuerfrau hatte die Wellen unterschätzt, so dass sich der Bug des Bootes in die Seite unseres Bootes bohrte. Zum Glück gab es keine Verletzten - nur einen weiteren Bootsschaden. Die Zeit, bis wir die Boote wieder trennen konnten, nutze die dritte verbleibende Mannschaft, um uns zu überholen und den Sieg einzufahren.

Gegen Abend stellte sich heraus, dass neben den 1x-Rennen keine weiteren Rennen mehr stattfinden würden. Somit konnten wir von den drei geplanten Rennen leider nur ein Rennen fahren. Trotzdem hatten wir Spaß und konnten einige Erfahrungen mitnehmen:  Coastal Rowing ist sehr Materialintensiv (mehrere Bootsschäden und Skullbrüche), unberechenbar (Wellen und Strömung) und macht vor allem sehr viel Spaß! Auch den Zuschauern wird ein spannendes Schauspiel geboten.

Ob wir nächstes Jahr wieder nach Amrum fahren bleibt offen. Die Lust am Coastal Rowing ist auf jeden Fall geweckt.

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